Welchen Einfluss können 3D-Drucker auf die zukünftige Wirtschaft und Gesellschaft nehmen?

3dprinter2-61fa295fe0bcb372Forscher, Wissenschaftler und Entwickler arbeiten mit Hochdruck an der Weiterentwicklung der 3D-Drucker auch im Privatanwendungsbereich. Daher ist es denkbar, dass normale Computernutzer schon in Kürze in der Lage sind, selbst dreidimensionale Objekte aus Kunststoff in einer brauchbaren Qualität herzustellen. Was einerseits viele Vorteile für die Privatanwender hat, könnte zu einer Revolution zahlreicher Industriezweige führen und auch das ein oder andere Geschäftsmodell hinfällig werden lassen. Neben der technischen Entwicklung der 3D-Drucker und ihrer steigenden Verbreitung beginnt daher auch eine Diskussion darüber, welchen Einfluss diese Technologie auf die künftige Wirtschaft und Gesellschaft hat.

Viele Forscher gehen davon aus, dass sich das wirtschaftliche Gefüge maßgeblich verändern könnte und sprechen in diesem Zusammenhang von einer dritten industriellen Revolution. Das liegt zum Beispiel darin begründet, dass sich Produktionsprozesse zum Konsumenten hin verlagern könnten. Andere Wissenschaftler setzen dem entgegen, dass momentan die Material- und Fertigungskosten bei der Herstellung eigener Produkte noch deutlich höher seien als bei der Massenproduktion.

Auch Diskussionen über Copyright bleiben im Zusammenhang mit 3D-Druckern nicht aus, da sie eine Reproduktion und Verbreitung von Objekten in digitaler Form ermöglichen. Besonders für das Produktdesign stellt die 3D-Druck-Technolgie eine wachsende Bedrohung dar, aber auch in den Bereichen Kunst und Architektur spielen Urheberrechtsverletzungen durch den 3D-Druck eine wesentliche Rolle.

In einigen Schulen kommt der 3D-Drucker schon heute als Bildungsinstrument zum Einsatz. Mehrere britische Schulen haben bereits an einem Testprogramm teilgenommen und wurden in diesem Rahmen mit einem 3D-Drucker ausgestattet. Die USA plant sogar, alle öffentlichen Schulen im Jahr 2014 durch einen 3D-Drucker zu erweitern.

Der 3D-Druck könnte auch für Länder der Dritten Welt einen Segen bedeuten. Ein mit Sonnenenergie betriebener 3D-Drucker ist schon heute in der Lage, auf Basis von Sand zum Beispiel Töpfe und Essensschalen herzustellen.

Doch auch Kriminelle nutzen die 3D-Druck-Technologie für illegale Verwendungszwecke. So konnten durch 3D-Drucker bereits selbstgedruckte Kartenleser produziert werden, die das Ausspionieren von Kontodaten an Geldautomaten ermöglichen. Auch kostenlose Vorlagen für den 3D-Druck von Waffen waren im Internet schon erhältlich. Prinzipiell ist es möglich, Waffen im 3D-Verfahren zu drucken. Im Privatgebrauch sind bisher zwar nur Kunststoffwaffen denkbar, doch eine texanische Firma stellte bereits eine voll funktionsfähige Metall-Waffe her. Obwohl dafür bisher professionelle 3D-Drucker notwendig sind, ist es nicht auszuschließen, dass früher oder später auch Heimgeräte in der Lage sind, funktionsfähige Waffen herzustellen.