Graufilter für kreative Bilder

Filter bereits beim Fotografieren einzusetzen ist durchaus sinnvoll, trotz unserer Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten von Bildbearbeitungsprogrammen. Laien fragen oft, warum man denn Filter einsetzen sollte – sie könnten doch im Photoshop oder Gimp auch alles erzeugen. Das stimmt zwar grundsätzlich, aber Filter haben doch einige große Vorteile, die dem Bildbearbeitungsprogramm immer die Show stehlen. Allen voran wäre der Faktor Zeit. Was im Original bereits vorhanden ist, muss nicht mehr im Nachhinein erst erzeugt werden. Man spart sich Bearbeitungsschritte. Und das kann bei vielen Bildern schon ins Gewicht fallen. Reden wir hier in erster Linie mal von Filtern, die von vornherein die Sättigung erhöhen oder bestimmte Farben intensivieren, wie es etwa ein schöner Polfilter vollbringt. Mein persönliches Favourite ist aber zB ein Graufilter. Mit dem werden bei Tageslicht längere Belichtungszeiten erlaubt und dadurch wunderbare Bewegungseffekte erzeugt.

Beliebt ist der Graufilter allgemein bei Landschaftsfotografen um beispielsweise fließendes bzw. bewegtes Wasser weich und geglättet erscheinen zu lassen. Die Kunstvollsten Wasserfall-Bilder oder Aufnahmen von frischen wunderschönen Bergquellen werden erst durch Graufilter zu atemberaubend mystischen Bildern. Natürlich kann ein Fotograf auch eine kurze Belichtungszeit ohne Filter für das Bild eines Wasserfalls oder strömenden Gewässers verwenden, und dann hinterher händisch das Wasser glätten. Als Tipp im Web kann ich übrigens die Bilderseite AufLeinwand.com empfehlen. Die haben recht schöne und vor allem immernoch natürlich wirkende Landschaftstbilder. Mir sind viele moderne Fotos sonst oft zu künstlich „perfekt“.

Aber ganz ehrlich, dass ein nachbearbeitetes Bild mit fließend Wasser gut aussieht, erfordert einiges an Können im Bereich der professionellen Bearbeitung von Fotografien. Gute Leute findet man zum teil etwa unter Bilderforum.de. Für einen schönen Effekt reicht es nicht, das ganze Wasser schnell auszuwählen und dann einen Standard-Weichzeichner drüber zu bügeln. Genau das seht ihr im Bildbeispiel. Denn der automatische Weichzeichner wischt die Weichzeichnung nur gleichmäßig exakt in eine Richtung – eine länger belichtete Fotografie hingegen hat ja eine Wasserverwischung überall in Fließrichtung, um es nur grundsätzlich zu sagen. ich behaupte: Wer einmal auf Filter gekommen ist, wird es nicht mehr lassen, damit zu spielen. Gleich gute Originale zu produzieren, spart nur Zeit und zeigt fachliche Ahnung – es macht auch einfach viel mehr Spaß.